Meine Freundin Kathrin E. ist eine leidenschaftliche Raucherin, wahrscheinlich die letzte ihrer Art. Da sie aber auch zu den rücksichtsvollen Menschen dieses Planeten gehört, plagte sie stets das schlechte Gewissen, wenn sie ihre nichtrauchende Umgebung in stinkende Schwaden hüllte. Als ich sie kürzlich wiedertraf, war sie seltsam entspannt: Statt sich nach dem Dinner verschämt nach draußen zu stehlen, um zu rauchen, blieb sie tatsächlich sitzen und zog friedlich an einer elektrischen Zigarette. Uns störte es nicht: Die Dampfwölkchen über ihrem Kopf kamen aus einem kleinen Verdampfer und erinnerten ein wenig an Bühnennebel … Kathrin schaute mich an und sagte vergnügt: „Ist die elektrische Zigarette nicht eine herrliche Erfindung? Für mich ist es ganz großes Kino!“

Die korrekte Bezeichnung ist übrigens „Propylenglykol“, und die verdampfende Flüssigkeit gibt es mit und ohne Nikotin und in verschiedenen lustigen Geschmacksrichtungen. Kathrin bevorzugt natürlich eine der vielen Tabak-Aromen, aber es soll ja Leute geben, die „Caipi“, „Caffe Latte“ oder „Bratapfel-Winterzauber“ bevorzugen.